Die zehn spektakulärsten Passstraßen der Alpen
Unzählige Kurven, scharfe Kanten und Geröllformationen – für Motorradfahrer bedeuten Passstraßen Nervenkitzel pur. Die Wege über die Hochalpen sind verkehrstechnisch heute nur noch von geringer Bedeutung. Meist führen Tunnel mit gut ausgebauten Autobahnen durch die Gebirgszüge hindurch. Was man auf diesen komfortablen Wegen verpasst? Atemberaubende Ausblicke auf die höchsten Gipfel der Alpen, faszinierende Straßenbautechnik, und sogar als Autofahrer bekommt man dann und wann noch ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend, wenn man einen Blick von der Passstraße hinab ins Tal wirft.
Stilfser Joch
Auf einer Strecke von 49 Kilometern führt die italienische Stilfser-Joch-Straße von Bormio in der Lombardei nach Prato in Südtirol. Dabei überquert sie den höchsten Gebirgspass Italiens, das Stilfser Joch. Die Straße ist zwischen Ende Mai und November geöffnet. Während dieser Zeit ist sie an einem Tag für Autos gesperrt und der Pass gehört den Radfahrern. Besonders spektakulär: Die 48 nummerierten Kurven der Nordost-Rampe von Prad.
Reschenpass
Der Reschenpass führt ohne Autobahn an den Gardasee und verbindet den Vinschgau in Südtirol mit dem Oberinntal in Tirol. Die italienische Passhöhe liegt auf 1.507 Metern bei der Ortschaft Reschen. Dort befindet sich auch der bei Kitern so beliebte Reschensee. Besonders beeindruckend ist das Wahrzeichen des Stausees: Der alte Kirchturm des umgesiedelten Dorfes blieb bei der Flutung stehen und ist heute eines der beliebtesten Fotomotive Südtirols.
Großer Sankt Bernhard
Der Große Sankt Bernhard ist der Pass-Klassiker der Walliser Alpen und verbindet Martigny mit dem italienischen Aosta. Sogar Napoleon nutzte seinerzeit diesen Alpenübergang. Bis in die 1990er-Jahre bildete der Pass einen Begrenzungspunkt des Schweizer Reduits und war durch Hindernisse und Sperren gegen Angreifer gesichert. Lange war die Straße nur im Sommer passierbar, seit 1964 wird sie durch den fast 6 Kilometer langen Sankt-Bernhard-Tunnel abgekürzt. Ein Abstecher auf die Passhöhe lohnt trotzdem: Hier befindet sich das bereits um 1050 gegründete Hospiz.
St. Gotthardpass
Der St. Gotthardpass war bereits seit dem Mittelalter eine der wichtigsten Verbindungen über die Alpen. Heute führen vier Möglichkeiten von Airolo nach Göschenen: Die Eisenbahn, der Autobahntunnel, die Bundesstraße und die alte Poststraße. Die Passstraße (Hauptstraße 2) überquert die Europäische Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Po. Auf der Höhe befinden sich ein Restaurant, ein Hotel, ein Passmuseum und ein Hospiz. Übrigens fährt die alte Postkutsche angeblich auch heute noch über den Pass.
Col de la Bonette
Der Col de la Bonette ist der höchste durchgehend asphaltierte Pass der Alpen. Eigentlich handelt es sich sogar um einen Doppelpass. Denn auf den 50 Kilometern zwischen Jausiers und Saint Etienne-de-Tinée überquert man sowohl den Restefond als auch den Col de la Bonette. Das Dach der Alpen für Autofahrer erreicht man, indem man die Schleife um den Cime de la Bonette auf einer Höhe von 2.802 Metern zieht.
Furkapass
Der Furkapass verbindet den Kanton Uri mit dem Kanton Wallis. Am westlichen Ende des Passes befindet sich das Hotel Belvédère bei Gletsch, von dem man Zugang zum Ende des Rhonegletschers hat. Östlich verläuft die Strecke entlang der historischen Bahn. Vom Pass aus hat man einen gigantischen Blick auf die Dreitausender Furkahorn, Galenstock und Dammastock, sowie Muttenhörner und das Leckihorn.
Großglockner Hochalpenstraße
Die Großglockner Hochalpenstraße führt auf 48 Kilometern vom Bundesland Salzburg nach Kärnten. Dabei führt die Straße von Fusch-Ferleiten mit 36 Kurven bis auf die 2.504 Meter hohe Edelweißspitze ins Herz des Nationalparks Hohe Tauern und nach Heiligenblut. Heute ist die Straße ein beliebtes Ausflugsziel mit zahlreichen Möglichkeiten für kleinere Abstecher rund um den höchsten Berg Österreichs
Splügenpass
Der Splügenpass verbindet Splügen in der Schweiz mit Chiavenna in Italien. Direkt über den Pass verläuft die Staatsgrenze. Auf der Höhe befinden sich auch die ehemalige Grenzstation sowie ein am Wochenende geöffnetes Restaurant. Besonders beeindruckend ist die steile Südrampe, die auf 30 Kilometern knapp 1.800 Höhenmeter überwindet.
Timmelsjoch
Das Timmelsjoch ist die höchste Passstraße in Österreich. Sie führt von Obergurgl nach St. Leonhard. Der Grenzübergang ist der höchstgelegene in Österreich und der einzige befahrbare Übergang zwischen Reschen und Brenner. Durch die mautpflichtige Fahrt umgeht man die vielbefahrene Brennerautobahn. Jährlich führt der Ötztal-Radmarathon über den Pass.
Grimselpass
Der Grimselpass führt vorbei am Grimselsee und Räterichsbodensee vom Berner Oberland nach Oberwallis. Vom auf der Strecke liegenden Handegg kann man mit der steilsten Standseilbahn der Welt zum Gelmersee fahren. Über zahlreiche Tunnel erreicht man die Passhöhe. Dort liegen drei Hotels am Totensee.

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