8 Dinge, die Sie wissen sollten, bevor Sie den Mittleren Osten besuchen
Kleiden Sie sich konservativ/respektvoll
Es gibt ein paar Generalisierungen, die Sie über die Gegenden des Mittleren Osten treffen können. Diese „Daumenregeln“ sollten Ihnen bei Ihren Reisen dienlich sein, aber bedenken Sie, dass jedes Land einzigartig ist und man sich nicht „haargenau gleich“ verhalten kann, wie in dem Nachbarland. Eine Sache, die normalerweise in den Ländern des Mittleren Ostens zutrifft, ist jedoch, dass man der lokalen Kultur Respekt erweisen sollte. Einer der besten Wege das zu tun, ist, sich konservativ zu kleiden. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass man ein Kopftuch oder eine Abaya oder jegliche andere spezifischen Kleidungsstücke für Männer und Frauen tragen muss, aber es bedeutet, sich entsprechen zu bedecken. Sowohl Männer als auch Frauen sollten sich an diese Regel halten. Tief sitzende Jeans, die herunterrutschen, wenn man sich bückt, werden als großer Fauxpas angesehen und ärmellose Oberteile gelten für beide Geschlechter als unanständig. Kurze Hosen (besonders Hotpants, Ladies) sowie bauchfreie Oberteile sind grundsätzlich verpönt. Es mag zwar warm sein, aber diese Kleidungsstücke verletzen die sozialen Standards für Kleidung. Obwohl die Leute im Mittleren Osten oftmals zu höflich sind, jemanden zu belehren, wie er sich kleiden sollte, ist das Zeigen von zu viel Haut ziemlich unhöflich und respektlos gegenüber der Kultur dieser Länder.
Die meisten Frauen werden nicht dazu gezwungen, sich zu verschleiern
Wo wir gerade von Kleidung und kulturellen Normen sprechen, fragen Sie sich vielleicht, wie es mit einem Schleier aussieht. Oben haben wir angemerkt, dass Sie an den meisten Orten kein Kopftuch tragen müssen und in manchen Bereichen wird es sogar für respektlos gehalten. Wie das alte Sprichwort so schön sagt „Wenn in Rom, mach’s wie die Römer“ und nirgends passt das so gut, wie in diesem Fall. Den lokalen Bräuchen zu folgen ist ein Zeichen des Bewusstseins und des Respekts für die Kultur. Man sollte nicht annehmen, dass ein Kopftuch oder jegliche andere Form der Verschleierung den Frauen aufgezwungen wird; in den meisten Ländern des Mittleren Ostens liegt die Entscheidung einen Hidschab oder etwas Anderes zu tragen bei der Frau und etwas anderes zu unterstellen wäre eine Beleidigung für sie. Die Entscheidung ein Kopftuch zu tragen oder nicht ist in den meisten Fällen ein Teil der Identität der Frau, so wie der Kleidungsstil im Westen auch individuelle Identitäten repräsentiert. Die Ausnahme der Regel stellen der Iran und der Norden Pakistans sowie Afghanistan unter den Taliban dar. Selbst in Saudi-Arabien zwingt niemand Frauen eine Kopfbedeckung zu tragen, jedoch ist alles Andere verpönt.
Auf Wiedersehen Speck/Alkohol
Wenn Sie zum Essen gehen wollen – und auf Ihrer Reise besuchen Sie bestimmt mal ein Restaurant – dann sollten Sie nicht überrascht sein, wenn Sie auf der Speisekarte keine Gerichte mit Schweinefleisch entdecken. Die Lehre des Islam verbietet die Zubereitung und das Essen von Schweinefleisch, weshalb man in Restaurants mit traditionellen Gerichten definitiv kein Schweinefleisch finden wird, weil der Großteil des Mittleren Ostens muslimisch ist. Die meisten Restaurantketten bieten es ebenfalls nicht an – auch wenn sie es in anderen Ländern tun. Das hat mit den strikten Regeln der Lebensmittelzubereitung, insbesondere Fleisch, zu tun; die Lebensmittel müssen „halal“ sein, und wenn Schweinefleisch im selben Bereich zubereitet wird, sind die Lebensmittel unrein. Des Weiteren gibt es auch keinen Alkohol; im Islam herrschen zudem strikte Regeln gegen den Konsum von Alkohol für Gläubige. Es gibt zwar bestimmte lokale alkoholische Getränke, aber Sie sollten von Ihren muslimischen Gastgebern, Freunden oder Geschäftspartnern nicht erwarten in eine Bar zu gehen oder ein Glas Wein zum Abendessen zu trinken. Durch die zunehmende Zahl an ausländischen Geschäftsleuten und internationalen Besuchern steht mittlerweile mehr Alkohol zur Verfügung, aber er ist noch nicht als Teil der Küche und der Kultur etabliert, wie beispielsweise in Frankreich. Sie werden jedoch vielleicht zum „Hookah“ eingeladen, ein Brauch aus dem Mittleren Osten bei dem aromatisierter Tabak, Shishah genannt, geraucht wird. Nichtsdestotrotz sollten Sie nicht davon ausgehen, dass Ihre Gastgeber gerne Wasserpfeife rauchen, denn das hängt von den individuellen Vorlieben und den Bräuchen der Gegend ab, wo Sie sich befinden.
Lehnen Sie keinen Kaffee ab
Ein weiterer Brauch, der für Besucher seltsam erscheinen mag, ist, dass es unglaublich unhöflich, sogar fast verboten ist, ein Angebot auf einen Kaffee abzuschlagen. Während Sie so herumspazieren, entscheiden Sie sich vielleicht einkaufen zu gehen. Wenn Ihnen dabei ein Kaffee angeboten wird, verneinen Sie ihn nicht, besonders wenn Sie dort etwas kaufen wollen oder schon an der Kasse zum Zahlen stehen. Das Angebot ist einfache Gastfreundlichkeit fast im gesamten Mittleren Oste und wird selten abgelehnt.
Feilschen wird für gewöhnlich erwartet
Die Bräuche um das Geld und dessen Austausch können auch ungewohnt für jemanden sein, der den Mittleren Osten das erste Mal besucht. Es hängt zwar von der Region ab, aber Feilschen ist die Norm in vielen Läden im Mittleren Osten. Während westliche Leute es gewohnt sind Preise zu sehen, wenn sie ein Geschäft betreten, und diese Preise dann auch zu zahlen, erwartet man im Mittleren Osten ein bisschen zu handeln. Aus diesem Grund sind die Preise in den Läden auch oft hoch angesetzt, unter der Annahme, dass der Kunde diesen Preis nicht zahlen wird, sondern stattdessen um ein besseres Angebot feilscht. Dies gilt vor allem für Marktplätze und Basare, wo die einzelnen Händler ihre Preise frei ansetzen können, und nicht für Ladenketten, besonders welche mit einer Muttergesellschaft aus dem Westen. Dennoch sollten Sie immer versuchen einen besseren Preis zu bekommen – besonders bei Dingen wie Taxifahrten – und planen Sie ein wenig mehr Zeit dafür ein, Geschäfte abzuschließen. Die Kultur ist nicht darauf konzentriert, ihre Geschäfte schnell abzuwickeln, stattdessen wird es als Weg gesehen, soziale Beziehungen aufzubauen, was deshalb mehr Zeit in Anspruch nimmt.
Bakshish gibt es überall
Bakshish ist ein weiterer Brauch rund um das Geld aus dem Mittleren Osten, der Ausländern auf den ersten Blick vertraut vorkommt. Bei genauerem Hinsehen findet man aber schnell heraus, dass es ein wenig anders ist. Bakshish ist, was man bei uns als „Trinkgeld“ kennt. Der Unterschied ist, dass jeder nach einem Trinkgeld für jeglichen Dienst fragen kann, egal ob er nötig war oder nicht. Und Viele scheuen sich auch nicht davor, um Trinkgeld zu bitten. In den meisten Ländern des Mittleren Ostens kann der Kunde entscheiden, ob er Trinkgeld geben will oder nicht, abhängig davon, wie zufrieden er mit dem Service war, aber es wird fast erwartet, den Arbeitern im Gastgewerbe, inklusive der Putzfrauen im Hotel, Hotelboys, Parkservice und Kellnern im Restaurant Trinkgeld zu zahlen. Das liegt daran, dass diese Berufe sehr niedrig bezahlt werden und man nimmt an, dass Bakshish einen großen Teil ihrer Einkünfte ausmacht. Für andere „Dienstleistungen“ ist der kulturelle Druck Trinkgeld zu geben nicht so groß – Sie müssen nichts geben, auch wenn jemand nach einem Trinkgeld fragt, besonders nicht, wenn Sie mit dem Service nicht zufrieden waren!
Jeder ist einzigartig – behandeln Sie die Leute dementsprechend
Wenn Sie einen Service nicht mögen oder nach einem Trinkgeld gefragt werden, gibt Ihnen das nicht das Recht unhöflich zu Leuten zu sein und Sie sollten auch kein unhöfliches Verhalten von anderen dulden oder daran teilhaben, auch wenn es „kulturell akzeptabel“ erscheint, wie z.B. junge Männer in Ägypten, die sich Frauen gegenüber unverschämt verhalten. Abgesehen von diesen Vorfällen – die nicht von jedem gut geheißen und akzeptiert werden – gehören die Menschen aus dem Mittleren Osten zu den wärmsten und freundlichsten Leuten auf der Welt und Besucher sollten diese Gastfreundlichkeit erwidern sowie respektieren, dass jedes Land und auch jede Person, die sie treffen, verschieden sind. Im Libanon treffen Sie wahrscheinlich auf viele Leute mit unterschiedlichen Hintergründen, von denen jeder eine andere Geschichte zu erzählen hat. Nicht jeder im Mittleren Osten ist arabisch und nicht jeder muslimisch – das anzunehmen wäre wie zu sagen, alle Leute in Deutschland seien Christen. Das ist schlichtweg nicht wahr. Sie werden Muslime und Araber treffen, aber außerdem werden Sie auch Juden, Christen, Kurden und viele weitere Glaubensrichtungen kennen lernen. Selbst die Muslime, die Sie treffen, werden in jedem Land, jeder Stadt und jedem Ort, den Sie besuchen, unterschiedlich sein. Fallen Sie nicht darauf herein, dass alle Menschen im Mittleren Osten gleich sind! Erfahrene Reisende wissen, dass manche Leute – vielleicht eine kleine Minderheit – in die Vorurteile über eine bestimmte Gesellschaft passen, aber die breite Mehrheit wird sich von all ihren Erwartungen unterscheiden – und oftmals auf angenehme Art und Weise. Dies ist einer der überzeugendsten Gründe, überall in der Welt herumzureisen und neue Leute kennen zu lernen. Das zu teilen, was diese Leute Ihnen beibringen können, ist eines der besten Argumente zum Reisen in ein Land im Mittleren Osten.

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